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«Good Governance, digitale Entwicklung und Innovationsgeist»

Verwaltungsratspräsident Jens Alder zum Geschäftsjahr 2015

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden, Partner und Mitarbeitende

Das Jahr 2015 war von Weiterentwicklungen auf allen Ebenen geprägt: der Vertiefung des digitalen Geschäftsmodells und einer konsequenten Umsetzung auf strategischer und operativer Ebene, dem aktiven Einbezug der Rahmenbedingungen einer Good Corporate Governance und organisatorischen Anpassungen. Erfreulich ist zudem die positive Entwicklung der für uns strategisch wichtigsten Kennzahlen: ein stabiles Versichertenwachstum im Zusatzversicherungsbereich sowie ein sehr gutes versicherungstechnisches Ergebnis.

Die Digitalisierung ist längst mehr als ein Trend und erreichte den Gesundheitsmarkt und die Versicherungsindustrie gleichermassen. Die Überzeugung von Sanitas, das gesamte Geschäftsmodell auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette durch und durch neu auszurichten, bedingt das ernsthafte Hinterfragen verschiedener Geschäftsprozesse. Digitalisierung ist mehr als das Anbieten von elektronischen Interfaces und neuen technologischen Gadgets an der Kundenschnittstelle. Um Innovationen auf verschiedenen Ebenen zu ermöglichen mit dem Ziel, auch neue Geschäftsfelder zu erschliessen, braucht es ein Neudenken. Dieses kann am vielversprechendsten durch die Zusammenarbeit verschiedener interner Disziplinen, aber auch mit dem Einbezug eines Partnerökosystems erreicht werden.

Ein Beispiel für die konsequente Umsetzung des digitalen Geschäftsmodells auf verschiedenen Ebenen ist der Umgang mit Informationstechnologie. In einem ersten Schritt wurde die IT-Architektur im Hinblick auf die strategischen Anforderungen neu ausgerichtet. In einem zweiten Schritt führte dies zu einem Sourcing-Entscheid mit dem Ziel, operative Prozesse auszulagern, um sich auf die agile Entwicklungs-IT zu fokussieren. In einem dritten Schritt wurde die resultierende schlanke Sanitas IT-Einheit im neu gestalteten Geschäftsbereich Business Development organisatorisch eingebunden.

Unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung

Um die Voraussetzungen für Weiterentwicklungen in der ganzen Breite zu schaffen, wurden verschiedene strukturelle und organisatorische Weichenstellungen vorgenommen. Der Stiftungsrat und der Verwaltungsrat haben die Rollen der obersten steuernden Gremien durchleuchtet und geschärft. Sanitas will künftig neben den unternehmerisch motivierten Zielsetzungen der Sanitas Beteiligungen AG und ihrer Tochtergesellschaften das Engagement gegenüber der Gesellschaft ausbauen. Dazu wird die Sanitas Krankenversicherung (Stiftung) Aktivitäten im Bereich der Corporate Social Responsibility aufnehmen und so die Interessen der Stiftung in einem noch breiteren Sinne wahrnehmen. Anstehende Neubesetzungen im Stiftungsrat wurden auch unter dieser Perspektive vorgenommen. Der Verwaltungsrat der Sanitas Beteiligungen AG wurde noch konsequenter entlang des Kompetenzmodells ausgerichtet; insbesondere in den Feldern Digitalisierung und Gesundheitsmarkt konnten wertvolle ergänzende Profile gewonnen werden. Auf operativer Ebene wurden zahlreiche Geschäftsbereiche neu strukturiert und mehrere Geschäftsleitungsfunktionen neu besetzt. Die strukturellen Anpassungen auf allen Ebenen orientieren sich dabei an den Prinzipien der Governance, der Digitalisierung und damit der Entwicklungsfähigkeit und dem Geist der Open Innovation von Sanitas.

Welcher Weg zu mehr Transparenz?

Den Anforderungen im Versicherungs- und Gesundheitsmarkt stehen die Entwicklungen im regulatorischen und politischen Umfeld gegenüber. Sowohl im Grundversicherungsbereich wie auch im Zusatzversicherungsbereich wurden die Aufsichtsregeln auf Gesetzesebene, in Verordnungen wie auch in der Aufsichtspraxis detailliert und verschärft – dies mitunter unter Berufung auf erhöhte Transparenzanforderungen. Sanitas ist von der zentralen Rolle der Transparenz gegenüber den Kundinnen und Kunden, aber auch generell zwischen den Markt- und politischen Akteuren überzeugt und will bezüglich Governance und Transparenz eine Vorreiterrolle einnehmen und sich in diesem Bereich laufend weiterentwickeln. Entsprechend wurde im vergangenen Jahr beispielsweise ein unternehmensübergreifendes integrales Risikomanagement-System implementiert und die Compliance mit verschiedenen Massnahmen wie auch der Etablierung eines Verhaltenskodex gestärkt. Der Transparenz kommt ebenfalls im Kontext mit der Digitalisierung eine zentrale Bedeutung zu – insbesondere auch bezüglich Umgang mit Daten. Sanitas sieht dabei Transparenz durchaus als Vorbedingung für eine weitere Digitalisierung und nicht als einen erschwerenden Faktor. Es mag verschiedene Wege geben, Transparenz gegenüber Kunden und anderen Akteuren zu erzielen – der Weg über zusätzliche Regulierungen kann dabei nicht der einzige sein. Soweit jedoch über Regulierungen diskutiert wird, scheint die Ausrichtung nach Grundprinzipien wichtig. Aktuell bereiten der Detaillierungsgrad und die Tiefe der Eingriffe von Politik und Aufsicht hingegen Sorge.

Weiterentwicklung mit Offenheit und Engagement

Sanitas leitet aus den Anforderungen von Markt und regulatorischem Umfeld einen umfassenden Transformationsbedarf ab. Dies gilt für die Dimensionen der Digitalisierung, Governance, die Art der Innovationsentwicklung oder der Zusammenarbeit intern oder mittels Partnerschaften.

Ich freue mich persönlich sehr, dass das Management und die Mitarbeitenden für diese Ansprüche viel Offenheit zeigen. Sie haben mit hohem Arbeitseinsatz wesentlich zu den hervorragenden Ergebnissen des Geschäftsjahres 2015 beigetragen. Gleichzeitig ist die Energie spürbar, die Zukunft von Sanitas aktiv mitzugestalten. Im Namen des Verwaltungsrates danke ich allen herzlich für ihr Engagement.

Jens Alder
Präsident des Verwaltungsrates

«Das digitale Geschäftsmodell
ist unser Leitstern.»